!Bienvenido en Uruguay!

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Sonntag, 31. August 2014

Einleben in der Gastfamilie und Gesellschaft

Meine ersten zwei Woche hier verliefen super. Alle sind total freundlich und offenherzig, aber nun zu dem Teil wie ich mich hier bisher eingelebt habe. Da ich am Montag um 2:00 angekommen, musste ich verständlicherweise an diesem Morgen nicht zur Schule. Am nächsten morgen hat mich meine Gastmutter dann um mir den Weg zu zeigen mit dem Auto zur Schule gebracht. Die Direktorin der Schule hat mich kurz meiner Klasse vorgestellt und dann ging auch schon der Unterricht los.

Der Unterricht ist hier so gelassen, dass mich die Schüler auch im Unterricht alles gefragt haben. Da ich viele der Fragen schon vom Abend zuvor kannte, viel es mir zumindest ein bisschen leichter alles zu verstehen. Was mir unglaublich schwer viel und immer noch fällt, ist mir die Namen meiner Mitschüler zu merken. Da es gut 30 Schüler in der Klasse sind und alle sich in einer Tour hintereinander vorgestellt haben, ist bei mir praktisch nur der Name der Direktorin hängen geblieben. Mittlerweile hat sich dies gebessert jetzt kenne ich zumindest ca. die Namen der Hälfte der Klasse.

Der Hauptplatz
Was die Sache mit den Namen noch zusätzlich erschwert ist, dass das Gymnasium so klein ist, dass es sich schnell herumspricht, wenn ein Austauschschüler auf die Schule kommt. Letztendlich ist es also nicht nur meine Klasse, die sich vorstellt sondern Schüler aus allen Klassen in meinem Alter.
Dennoch habe ich hier schon mehrere Freunde gefunden, mit denen ich mich nach der Schule gerne treffe und sich auf dem Platz zu unterhalten. Den Platz kann man sich wie eine kleine Parkanlage vorstellen, die mit Wegen durchzogen ist und bei der an jeder Ecke ein Kiosk steht.

Neben meiner Gasttante Rosa leben auch noch meine zwei Gastonkel und meine Gastgroßmutter hier in Tranqueras, zumindest sind das die Verwandten von denen ich bis jetzt weiß, dass sie hier leben. Am Wochenende kommen meistens meine älteren Gastgeschwister, da nur noch mein kleiner Gastbruder Endi mit mir im Haus lebt. Jedoch kommen, soweit ich es bis jetzt verstanden habe, nur meine Gastschwestern Victoria(21) und Adriana(24) regelmäßig. Sie machen beide eine Ausbildung in einem Krankenhaus in Paysandú, einer Stadt im Westen von Uruguay, die direkt am Rio Uruguay liegt. Mein ebenfalls 24 Jahre alter Gastbruder Cesar lebt mit seiner Freundin in Montevideo, der Hauptstadt von Uruguay. Meine älteste Gastschwester Jennifer(26) lebt ebenfalls mit ihrem Freund in Montevideo.
Assado - mit Cesar und seiner Freundin(o. l.), Luísa(o.r.), Endi(u.l.),

Aufbruch nach Uruguay


Der Aufbruch beginnt vom Flughafen Hamburg aus. Hier hab ich also das letzte mal für ein Jahr meine Familie persönlich gesehen und dementsprechend schwer ist mir auch der Abschied gefallen. Schließlich ist ein Jahr doch eine ganz schön lange Zeit. aber was wäre das Leben wenn man nicht ab und zu auch einmal etwas hinter sich lässt und Abschied nehmen muss.

So ging es also durch die Sicherheitskontrollen zum Abfluggate nach Frankfurt, wo ich auch schon die ersten bekannten Gesichter von der VBT (Vorbereitungstagung) wiedersehe, aber ebenso auch neue Gesichter von anderen VBTs, die offensichtlich das gleiche Reiseziel hatten.

In Frankfurt angekommen ging auch schon der übliche Reisestress los. Jeder der schon einmal im Frankfurter Flughafen umsteigen musste, weiß wovon ich rede. Für die anderen: Man kann gut und gerne 45 Minuten damit verbringen, um von Gate zu Gate zu kommen, wie in meinem Fall auch.
Auf der Hälfte des Weges zum Gate bekam ich auch schon einen Anruf von Danko, einem Freund von der VBT dessen Blog ich an dieser Stelle noch einmal empfehlen möchte. Da unser Flug von Hamburg aus ohnehin ein wenig Verspätung hatte, machte sich unsere Kontaktperson von YFU am Abfluggate nach Sao Paulo schon sorgen und ließ uns kontaktieren. Letztendlich ist aber alles gutgegangen und wir sind, trotz teilweise relativ starker Turbulenzen über der Nordküste von Brasilien, heil in Sao Paulo gelandet.

Von dort aus ging es dann weiter nach Montevideo und wir hatten während des Fluges schon die Möglichkeit uns mit einem freundlichen Herren, so weit es ging, auf spanisch zu unterhalten. Gelandet am kleinsten Flughafen, den ich bis jetzt gesehen hab, gerade einmal vier verschiedene Gates, ging es weiter in die Passkontrollen und das einreisen ging einfacher als gedacht. Jeder hatte schon einen Stapel von unterlagen bereit gehalten, der, wie sich herausstellte, gar nicht nötig war. man musste einfach den Reisepass vorzeigen einen Fingerabdruck scannen lassen und das war es auch schon. Ab dem Moment ist man für 90 Tage zum Aufenthalt in Uruguay berechtigt. Diese Genehmigung, in Form eines Stempels im Pass, muss man vor Ort verlängern lassen. Man hat jedoch ebenfalls die Möglichkeit, da das Land sehr klein ist und man oft nahe der Landesgrenzen wohnt, aus dem Land kurz aus- und wieder einzureisen. In diesem Fall verlängert sich die Genehmigung automatisch um 90 Tage.

Die ersten Bilder aus dem Reisebus
Vom Flughafen aus ging es mit dem Reisebus in eine Art Herberge/Freizeiteinrichtung für Kinder und Jugendliche. Hier fanden die letzten zwei Tage Vorbereitung statt, bevor man uns endgültig auf die Gastfamilien losließ.
Das gedrängte Jungszimmer



Wir wurden in zwei großen Zimmern untergebracht: Ein Zimmer für alle Jungs und ein Zimmer für alle Mädchen, das, dadurch das hauptsächlich Mädchen vorhanden waren, so voll war, dass der Flur im Jungszimmer von Koffern der Mädchen blockiert war. Das areal war recht Großzügig und es gab einen kleinen See an den man sich Tagsüber setzen konnte.
Der kleine See







Das Essen dort sollte uns schonmal auf die neue Heimat einstimmen, da es ausschließlich Landestypische Gerichte gab. Da im Camp alle Austauschschüler von YFU waren, die nach Uruguay wollten wurde auf den Aktivitäten und AGs auf Englisch gesprochen. Dennoch war bei den Nationalitäten der Austauschschüler eine deutliche Mehrheit der Deutschen festzustellen. Von ca. 40 Austauschschülern waren etwa 26 Deutsch. Die anderen kamen aus der Schweiz, Belgien, Finnland, Schweden, Norwegen, Estland und Frankreich. In den AGs wurden Themen wie Verhaltensregeln in den Gastfamilien, Situationen in der Öffentlichkeit, in die wir geraten könnten, sprachenbezogene Tipps und Hinweise ebenso wie allgemeine Richtlinien und generelle kulturelle Wichtigkeiten behandelt.
Zusammen die letzten Stunden im Camp
Die Teamer waren unglaublich nett und offenherzig.

Nach den zwei Tagen letzte Vorbereitung  ging es dann zum Busbahnhof, an dem man letzte wichtige Einkäufe tätigen oder Geld tauschen konnte. Von dort aus ging es dann im Bus mit einer Finnin, die im gleichen Ort wie ich untergebracht ist, in die Gastfamilien... 



Umgebung, Kultur, Land & Leute

Ich habe mich dazu entschieden eine neue Kategorie von Einträgen einzuführen, die sich, wie man aus der Überschrift schon ahnen kann, "Umgebung, Kultur, Land & Leute" nennt.

Unter dieser Kategorie wird man immer mal wieder interessante Fakten über das Land zu verschieden Themen finden. Es kann durchaus sein, dass sich Themen ab und zu wiederholen, um sie einfach zu aktualisieren oder Ergänzungen zu diesem Thema hinzuzufügen.



Thema heute...


...Klima


Wenn man Uruguay hört und erfährt, dass es in Südamerika ist, denkt man erstmal an Sonne. Normalerweise stimmt das auch, aber während man in Deutschland gerade einen schön warmen, fast schon stickigen Sommer erleben konnte, ist es hier, auf der anderen Seite der Erde, Winter.
morgens
Für deutsche Verhältnisse sind die Temperaturen hier für Winter sogar noch einigermaßen annehmbar: Durchschnittlich ca. 4-10°C am Abend, in der Nacht und Morgens.
Was allerdings der entscheidende Punkt ist: Die Häuser haben hier keine Heizung !
Wenn man Glück hat, hat man einen Kamin, der jedoch auch nur einen Raum auf angenehme Wärme bringt. Es gibt auch noch die Alternative zum elektrischen Heizstrahler, der verbraucht jedoch im Dauerbetrieb Unmengen an Strom und bis jetzt wollte ich ihn noch nicht, wenn ich schlafe, praktisch unbeaufsichtigt im Betrieb lassen. Man schläft also bei einer Raumtemperatur von 6°C, da es letzte Nacht sogar ein wenig Frost gab bei noch weniger. Daher ist es kein Wunder, dass ich mir, trotzdem ich mich warm angezogen hab, eine (noch) leichte Erkältung zugezogen habe.
Da der Fußboden größtenteils gefliest ist, bleibt einem auch nicht wirklich eine andere Wahl als mit Schuhen durch das Haus zu laufen, was anscheinend ohnehin verbreitet ist, da es alle so machen.






tagsüber
Noch erstaunlicher ist es daher, dass man ab ca. 10:00 morgens, wenn die Sonnenstrahlen alles aufgeheizt haben, mit T-Shirt, kurzer Hose und Flip-Flops durch die Gegend laufen kann, da es um die Mittagszeit schon wieder üppige 20°C sind.










Abendstunden



Zum Abend hin gegen 20:00, wenn die Wärme sich verflüchtigt hat kehrt dann wieder die bekannte Kälte ein und man muss sich wieder gut anziehen. 
 

Ankunft in der Gastfamilie


Empfangsschild
aktuelles Trikot
... nach einer 8 stündigen Busfahrt komme ich endlich um 2:00 nachts in Tranqueras an. Eine kleine Stadt bzw. Dorf im Norden von Uruguay mit ca. 7000 Einwohnern. Bei der Ankunft an der Haltestelle trage ich natürlich Stolz das Trikot der Nationalmannschaft von Uruguay.  Als ich aus dem Bus aussteige kommt mir meine Gastfamilie auch schon herzlich mit einem Begrüßungsschlid entgegen. Ich wurde mit Küsschen auf die Wange gegrüßt und erstmal über die Reise ausgefragt und alle waren unglaublich freundlich und herzlich. Auf Anhieb hab ich nicht wirklich viel verstanden, erst nach mehrmaligem Wiederholen, da sich das Spanisch hier doch deutlich von dem was ich gelernt habe unterscheidet. Dazu aber in späteren Einträgen mehr.

der Hauptladen meines Gastvaters "San Ramón"
Nachdem mein Gepäck auf den Pick-Up meiner Gastfamilie verladen wurde, ging es auch schon los. während der Autofahrt hat sich die Familie merklich mit Fragen zurückgehalten, wofür ich im ersten Moment aufgrund der späten Uhrzeit sehr dankbar war.

Auf dem weg zum Haus haben wir an 3 verschiedenen Läden gehalten, die offensichtlich meinem Gastvater gehörten. Er hat mir gleich gezeigt, wo alles steht, aber da ich doch relativ müde und erschöpft war hab ich von diesem ersten Überblick nicht wirklich viel behalten.

Mein erster Eindruck von dem Dorf war, dass es sehr, sehr klein ist, trotzdem aber einen idyllischen und charmanten Charakter ausstrahlt. Leider war es Nacht und ein wenig nebelig also konnte ich auch nicht allzuviel sehen, trotzdem war mein erster Eindruck sehr positiv.

Mein Zuhause für das nächste Jahr
Als wir letztendlich beim Haus ankamen, wartete im Haus noch ein Teil der Familie, da, um mich abzuholen, nicht alle ins Auto gepasst hätten. Also saßen wir alle gemeinsam am Tisch um zu Essen. Mein 10 jähriger Gastbruder Endi, meine 21 jährige Gastschwester Victoria, ihr ebenfalls 21 jähriger Freund Alejandro, meine Gasttante Rosa, meine Gastmutter Luísa, mein Gastvater Miguel und ich. Das ist wie ich heute weiß noch LANGE nicht die ganze Familie, aber alle die ich bis dahin gesehen hab. Trotz der erstmaligen Zurückhaltung haben jetzt alle Fragen gestellt:

Wo genau wohnst du ?, Was sind deine Hobbys ?, Vermisst du deine Familie schon ?, Hast du eine Freundin ?, Kanntest du Uruguay vorher schon ?,Warst du bei der WM für Uruguay ?, Warst du froh als Deutschland Brasilien 7:1 geschlagen hat ?, Hast du Geschwister ? , etc...

Obwohl ich nicht eine Frage auf Anhieb verstanden habe, sind alle freundlich geblieben und haben es noch einmal langsam wiederholt, solange bis ich es verstanden habe. Nach dem "Kreuzverhör" um 2:00 nachts war ich ziemlich fertig. Also war ich nur noch kurz duschen, was auch schon ziemlich experimentell war und dann ab ins Bett. Anders als die Informationen die ich bis dahin hatte vermuten ließen, hab ich mein eigenes Zimmer und teile mir keins mit meinem Gastbruder Endi.

Alles in Allem war ich sehr glücklich und zufrieden mit meiner Ankunft und freue mich auf eine wunderschöne Zeit hier mit meiner Gastfamilie.