!Bienvenido en Uruguay!

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Donnerstag, 30. Oktober 2014

Umgebung, Kultur, Land & Leute

...nach langer Zeit führe ich diese Kategorie endlich fort.

Heute zum Thema Schule.


Ersteinmal man kann meinen Eintrag über die Schule nicht pauschal auf ganz Uruguay übertragen, da erstens natürlich jede Schule individuell ist und zweitens die hiesige Schulsituation, mit der Größe und Abgelegenheit meines Ortes zu tun.

Die Schule hat hier ,aufgrund ihrer geringen räumlichen Kapazitäten, eine Morgen- und eine Abendschicht. Dies dient dazu die Menge an Schulern, die zur selben Zeit für ihren Unterricht im Gebäude sind, zu kompensieren. Die Morgenschicht beginnt regulär um 7:45 und endet um 12:20. Die Abendschicht beginnt soweit ich weiß um 15:30 und endet um 18:00.

Ich habe Unterricht in der Morgenschicht und gehe hier in die vierte Klasse, was nach G8-System in Deutschland der zehnten Klasse entspricht. In meiner Klasse sind, trotz der aufgeteilten Schichten immernoch rund 30 Schüler, was sich aber selbst ohne Beteiligung der Schule kompensiert, da ich es noch nie erlebt habe, dass die Klasse komplett anwesend war.

Wie gesagt beginnt der Unterricht "offiziell" um 7:45. Zu dieser Zeit ist allerdings noch so gut wie gar keine Person in der Schule. Die meisten kommen so gegen 8:00, aber auch nur die, die zur ersten Stunde kommen, was im durchschnitt ca. 10 Schüler sind. Die Lehrer trudeln dann meist auch so gegen 8:00-8:15 ein. Anscheinend ist die kulturell chronische Unpünktlichkeit auch in der Schule verbreitet. Soviel zum Thema Pünktlichkeit.

Mit den ca. 10 anwesenden Schülern in der ersten Stunde habe ich es schon angedeutet, dass die Unterrichtsbeteiligung, bezogen auf die Anwesenheit der Schüler, auch eher gelassen gesehen wird.
Dies gilt allerdings nicht nur für die Schüler sondern auch insbesondere für die Lehrer, die praktisch ständig fehlen oder erst im laufe des Tages kommen. Dies mit teilweise den selben lächerlichen Ausreden, die man in Deutschland eigentlich nur von Schülern kennt. Wie z.B. : "Ich habe einfach verschlafen.", "Mein Wecker hat nicht rechtzeitig geklingelt.", "Es hat draußen gerade heftig geregnet.", etc... .

Insofern kann ich viele Schüler durchaus nachvollziehen, wenn sie sagen, dass sie aus Prinzip zu Hause bleiben, weil die Lehrer sich auch nicht darum kümmern, ob sie pünktlich anwesend sind, oder nicht. Zumahl es nicht selten vorkommt, dass man zur ersten Stunde in der Schule sitzt und einem erst vor Ort mitgeteilt wird, dass die Lehrer für die nächsten paar Stunden fehlen. Hierbei kann man nichtmal der Direktion die Schuld geben, da die Lehrer sich immer erst an dem Morgen kurzfristig krankmelden. Möglicherweise liegt die mangelnde Motivation auf Seiten der Lehrer auch daran, dass viele Lehrer aus der nächstgrößeren Stadt und Provinzhauptstadt Rivera kommen, von der aus es ca. eine Stunde Autofahrt bis hierher sind. Natürlich muss man dann früher aufstehen, aber an der Stelle kann ich herzlich wenig Mitleid aufbringen, da sie sich den Beruf schließlich ausgesucht haben und letztendlich deren Fehlen, den Schülern zum Nachteil wird. Die Unterrichtsinhalten an sich sind, soweit ich es bis jetzt feststellen konnte, nämlich ziemlich gut, es fehlt einfach nur an Ernsthaftigkeit, Kontinuität und Unterrichtsdisziplin.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Erfolgsquote der Schüler, die die Versetzung schaffen. Normalerweise ist mein Alter (15 Jahre), das Alter mit dem man regulär in meinem jetzigem Jahrgang ist. In meiner Klasse habe ich allerdings nur ca. 8 gleichaltrige Mitschüler. Der Rest ist älter. Der Älteste ist 18 Jahre alt. Eine Ausnahme bildet hierbei eine Mutter, die die Schule nachholen will.

Das also zur Unterrichtssituation...

Wie  bereits angedeutet ist das Unterrichtsniveau durchaus gut. Hier gibt es mehr oder minder die gleichen Schulfächer, wie in Deutschland, mit den Ausnahmen, dass unser Schulfach "Deutsch" hier "Literatur" heißt und es das Fach Astronomie gibt. Wofür ich wirklich dankbar bin, dass mir dieses Fach zu Hause erspart bleibt. Welches Fach hier eindeutig fehlt ist Wirtschaft & Politik, in dem natürlich auch unter anderem Medienkritik und Medienkompetenz behandelt wird. Dies fehlt hier meiner Meinung nach auch eindeutig im Alltag. Wenn ich hier Nachrichten sehe und die daraus resultierende Reaktion meiner Gastfamilie merke ich doch, das hier einfach die Meinung der großen Fernsehsender akzeptiert wird, ohne noch einmal etwas tiefgründiger darüber nachzudenken.
Im Umgang mit Computer und Internet fehlt es eindeutig an Aufklärung über die Gefahren im Netz und wie man sich davor schützt. Zum Beispiel der Umgang mit Virenschutzprogrammen, Datenschutz in (a)sozialen Netzwerken und zwielichtigen Websites bzw. Verlinkungen.

Der Unterrichtsaufbau ist relativ altmodisch: Der Lehrer erzählt etwas, dann liest er was vor, die Schüler müssen es abschreiben und Unterrichtsende. Meiner Meinung nach nicht das effektivste, weil man merkt wie die Motivation, Aufmerksamkeit und das Interesse der Schüler von Minute zu Minute sinkt. So beschwert sich hier auch kein Lehrer über piepsende Handys, darüber, dass ein Schüler im Unterricht mit Kopfhörern Musik hört oder etwas ganz anderes macht. Solange es den Unterricht nicht gänzlich stört, liegt es in der eigenverantwortung des Schülers, inwieweit er dem Unterrichtsverlauf folgt.

Generell möchte ich hier zum Abschluss einen Lehrer zitieren: " Schule ist hier in Tranqueras eher obligatorisch."

meine Schule

Sonntag, 12. Oktober 2014

das Gauchofest in Masoller

Jedes Jahr gibt es in Uruguay einen großen "Gauchoumzug" bei dem die ersten Gauchos in Montevideo starten und auf der Route nach Masoller, die Gauchos aus allen anderen Orten dazukommen. Der Umzug geht quasi einmal durch das ganze Land, da Masoller ziemlich weit im Norden Uruguays liegt.

Über die geschichtlichen Hintergründe habe ich auch ein wenig in Erfahrung bringen können. Dieser Umzug wird natürlich erstmal aus Spaß an der Sache und aus Gründen der Kulurerhaltung veranstaltet, aber auch zu Ehren des 1904 verstorbenen Aparicio Saravia. Dieser war Revolutionsführer des Bürgerkriegs 1903/1904 in Uruguay. Der Bürgerkrieg hatte unter anderem etwas mit der Hautfarbe zu tun, deswegen war Aparicio Saravia Parteiführer der Blancos (z.dt. die Weißen). Am 10. September 1904 wurde er dann in einem Feuergefecht in Masoller tödlich am Bauch getroffen und verstarb.

Dass er in einem Bürgerkrieg starb, in dem es unter anderem um die Hautfarbe ging, scheint heute keinen mehr zu stören, da an dem Umzug, sowie an dem anschließenden Fest in Masoller, sowohl weiße als auch Farbige teilnehmen (farbig heißt hier zu Lande eher ein mildes schoko-braun).

Gauchoumzug durch Tranqueras
Erst habe ich mir mit meinem Gastvater in Tranqueras den Umzug angeguckt, wo alle Gauchos auf ihren Pferden vorbeizogen auf dem Weg nach Masoller. Das hat ehrlich gesagt deutlich länger gedauert als gedacht und wenn ich schätzen müsste, würde ich sagen es waren wirklich gut 1000 Pferde die an mir vorbeizogen. Es war trotzdem sehr erstaunlich mit anzusehen, wie selbst die kleinen Steppkes (Kinder) auf ihren Pferden schon sicher vorbeiritten. Einige haben sogar, natürlich um ein wenig anzugeben, Kunststücke vorgeführt, wie zum Beispiel ihr Pferd im Hüpfschritt seitwärts gehen lassen.
Nachdem die Pferde alle vorbeigezogen waren folgte eine noch unendlich wirkendere Kolonne  von Pick-up Trucks und Mini-Bussen, die ihrer auf dem Pferd reitenden Familie alles nötige für die Reise zur Verfügung stellten.

Danach ging es auch sofort mit der Familie im Auto hinterher nach Masoller...
die Bühne
Dort war eine Bühne aufgebaut, wo einheimische Reden halten, Musik spielen und tanzen konnten. Sogar der aktuelle Präsident von Uruguay war anwesend, allerdings nur zu Wahlkampfzwecken, da man überall seine Wahlplakate sah und irgendwelche Werbegeschenkstände. Insofern hatte ich auch nicht die Lust mich an die ewig lange Schlange anzustellen, nur um ein Foto mit ihm machen zu können.


Alle trugen ihre typischen "Gaucho-Trachten" und auf dem gesamten Gelände hatte man den Geruch von frischem Assado in der Nase. Die Assados waren einfach riesig und dort habe ich auch die bisher beste Chorizo bekommen, die ich hier je gegessen hab. Nun zur Erklärung, was das alles ist: Assado ist einfach Grillen von sehr großen Fleischstücken oder Chorizo auf einem, leicht schräg über der Glut aufgestelltem, Metallrost. Assado bezeichnet also eher an sich die Art der Zubereitung und ist eben typisch uruguayanisch. Chorizo ist eine Wurst mit relativ hohen Fettanteil bzw. großen Fettstückchen, die mit reichlich Knoblauch und anderen Gewürzen verfeinert wird. Die traditionelle Chorizo ist in einem Naturdarm und wird beim Assado zubereitet.
Assado mit Chorizos
großes Assado mit Kuhfleisch











Das Ganze in einem aufgeschnittenem Brot mit ein wenig Tomate, Salat und Zwiebel nennt sich das Choripan.

Neben den diversen Ständen für Snacks waren überall auch Stände an denen man sich T-Shirts, Fahnen und sonstige typische Fanartikelwaren von Aparicio Saravia  kaufen konnte. Außerdem wurde die Stelle, an der die Gräber waren, außerordentlich schön geschmückt und anschaulich hergerichtet, da es sonst nur einfache Steinsäulen waren. Das Grab von Aparicio Saravia selbst, wurde natürlich durch eine prachtvollere und größere Steinsäule hervorgehoben. Insgesamt kamen bei der Schießerei nämlich 13 Personen um ihr Leben.

Insgesamt war die Stimmung auf dem Fest einfach großartig und so ziemlich das kulturellste Ereignis, bei dem ich bis jetzt zusehen bzw. dabei sein durfte.

mit meinem Gastbruder







Umgebung, Kultur, Land & Leute

...heute zum Thema Familie und Freunde.


Zuerst einmal zur Familie...

Nachdem ich mich mittlerweile gut in die Gastfamilie eingelebt habe fällt mir vieles im Alltag leichter, was nicht zuletzt auch mit meinen Sprachfortschritten zu tun hat.
Zum Beispiel Zeitformen, die ich früher zwar trocken und sicher auf dem Papier anwenden konnte, gelangen mir im Umgang überhaupt nicht. So war es in Chats mit hiesigen Freunden stets einfacher zu kommunizieren als beim Sprechen. Mittlerweile hab ich diese Hürde auch gemeistert und kann (die meisten) Zeitformen zumindest sicher auch im Umgang anwenden.

Bei meinem Aufbruch nach Uruguay, ging ich ehrlich gesagt mit der Erwartung hierher, dass Familie und Herzlichkeit deutlich größer geschrieben wird. Meine Erwartungen bezüglich der Herzlichkeit haben sich im weitesten Sinne bestätigt, was Familie jedoch anbelangt, bin ich eher ein bisschen enttäuscht.

Jeder kennt natürlich das Vorurteil vom steifen kalten Deutschen, bei dem alles strikt nach Plan laufen muss, Beruf und Karriere an erster Stelle stehen und Familie eher zweitrangig ist.
Genauso bin ich mit dem Vorurteil nach Uruguay gegangen, dass hier eben Familie an oberster Stelle steht und auch bei finanziellen Problemen als erstes das "familiäre Hilfsnetzwerk" greift. Dieses Vorurteil hat sich auch bei meiner VBT (Blogeintrag im Archiv) und auch bei meiner sonstigen Recherche auf Blogs vorheriger Austauschschülern weites gehend bestätigt. Umso verwunderter bin ich hier vor Ort.

Natürlich behandelt man Familie hier im Umgang und im Alltag auch nicht anders als bei uns. Aber anstatt wie erwartet, dass man hier öfter Mal die Familie, wie Omas, Opas, Tanten, Onkel Cousins und Cousinen öfter einmal besucht oder auch Aktivitäten mit ihnen plant, ist es hier so, dass so ziemlich die halbe Familie, die hier im Ort wohnt für meinen Gastvater arbeitet und vom ihm bezahlt wird. Ein Umstand, dem ich schon immer eher kritisch gegenüberstand. Meine Tante ist zum Beispiel die bezahlte Hausangestellte. Mein Gastonkel arbeitet als einer der Ladenangestellten und verfrachtet die Waren, macht Besorgungen auf dem Großmarkt usw. . Natürlich sind sie dadurch immer hier im Haus oder zumindest in der Nähe (der Onkel kommt immer zum Mittagessen), aber ein herzliches Familientreffen stelle ich mir anders vor.

Ein Vorteil ist natürlich, dass, bis auf die studierenden Gastschwestern und Gastbrüder, alle noch lebenden Verwandten hier im Ort wohnen. Das erleichtert schon einmal theoretisch den Besuch. Aber der Besuch sieht hier eher so aus, dass er meistens geschäftlicher Natur ist.

Aktivitäten mit der engsten Familie (Mutter, Vater, Kinder) erübrigen sich hier zum Einen durch die Größe des Ortes, da es hier einfach kaum, bis keine Möglichkeiten für Freizeitaktivitäten gibt, die über Fußball hinaus gehen, und zum anderen daran, dass mein Gastvater und meine Gastmutter von 8:00-19:30 außer Haus sind zum Arbeiten (Ausnahme ist das Mittagessen um 12:00). Wenn sie dann nach Hause kommen, zieht sich der Gastvater in sein Zimmer zurück, um zu arbeiten und meine Gastmutter geht zum Aerobic. Somit ist der einzige Zeitpunkt an dem ich, bis auf meinen Gastvater, alle einigermaßen versammelt zum essen bzw. im Wohnzimmer sehe, gegen 23:00 zum Abendessen.

Das ist insbesondere für meinen Gastbruder ein wenig unglimpflich, da seine einzige Beschäftigung xBox-Spielen ist. Selbst mit Freunden trifft er sich nur, um xBox zu spielen (für die, die es nicht wissen: xBox ist eine Konsole für Videospiele von Microsoft). Floglich komme ich auch nicht drum herum mit ihm ab und zu xBox zu spielen, was sobald ich sage, dass ich keine Lust mehr hab, in einem Chaos endet :D.

Das hört sich jetzt alles natürlich sehr negativ an, ist aber glaub ich alles ein wenig dem Umstand geschuldet, dass mein Gastvater geschäftlich im Ort viel tätig ist und dementsprechend viel zu tun hat. Ich frage mich zwar immer noch, wieso er alles handschriftlich macht und selbst Dokumente lieber abschreibt, anstatt sich einen Kopierer anzuschaffen, für den er das Geld auf jeden Fall hätte, aber es ist ja ihm überlassen :D


Nun zum Thema Freunde...



Mein anfänglich gefundener Freundeskreis hat sich komplett geändert...
mein "alter" Freundeskreis
Das hatte den Grund, dass diese Freunde irgendwie ein wenig langweilig waren. Das meine ich in der Hinsicht, dass sie sich außerhalb der Schule irgendwie nie so wirklich treffen wollten und auch abends auf dem Platz, wo sich so ziemlich alle immer treffen, waren sie nie aufzufinden. Außerdem nervte es mich mit der Zeit, dass sie mir irgendwelche Schimpfwörter beigebracht haben. Das war am Anfang vielleicht ganz witzig, wenn es immer hieß: "Sag ..... und ...... ." Aber irgendwann wurde es einfach nur kindisch.

Was mich ebenfalls gestört hat war, wenn man sich verabredet hat um eine bestimmte Zeit, aber der andere Partner dann einfach gar nicht kommt. Ich hab zwar mittlerweile begriffen, dass diese Zeit NIE eingehalten werden, aber wenn man GAR NICHT kommt, kann man doch zumindest eine SMS schreiben oder irgendwie kurz Bescheid geben, dass man nicht kann. Ich hab ja überhaupt nichts dagegen, wenn man nicht kann aus irgendeinem Grund, es ist zwar schade, aber wenn man nicht kann, dann kann man eben nicht. Aber ich erwarte zumindest, dass man dann irgendwie Bescheid sagt, weil man über den Tag hinweg 5 anderen Personen abgesagt hat, damit man sich mit ihm/ihr treffen kann. Ich hab dann mit der Zeit meine Gastfamilie gefragt, ob das hier auch normal ist, aber selbst die hat gesagt, dass es unüblich und frech ist.

beim Übernachten mit "Juanchi"
Deswegen hab ich eher von diesen "Freunden" distanziert und habe über die Gincana (Blogeintrag folgt) neue zuverlässige Leute kennengelernt. Mit denen verstehe ich mich extrem gut, sich zu treffen klappt auch problemlos. Sie haben mich in der Zeit, in der ich jetzt krank war auch zwei Mal besucht, gefragt wie es mir geht und gute Besserung gewünscht. Einer von ihnen hatte auch neulich Geburtstag und hat mich direkt eingeladen. Mit einem anderen kann ich zusammen Gitarre spielen und singen, was ich ehrlich gesagt schon ziemlich vermisst habe. Ich bin auf jeden Fall total glücklich mit meinen "neuen Freunden".

auf einer Geburtstagsfeier
Was macht man hier mit Freunden ?
Also meistens trifft man sich mit Freunden hier eher abends so gegen 19:00-20:00 Uhr auf den Platz, um Mate zu trinken. Dabei redet man zwar nicht unbedingt viel aber es ist besser als gar nichts zu tun und kann auch ganz nett sein, einfach nur da zu sitzen und den Abend zu genießen.

auf dem Platz mit Santi
Generell macht man hier mehr mit Freunden als mit der Familie, aber leider ist man hier auch mit den Freunden aufgrund des kleinen Ortes sehr beschränkt, was größere Aktivitäten angeht. Viele fragen mich deshalb immer wieder, ob es mir hier nicht zu langweilig ist, weil viele wohl einfach nur aus Tranqueras weg wollen, sobald sie 18 sind. Natürlich ist es in der Hinsicht für mich langweilig hier weil es auch kaum Sport-Angebote gibt, aber andererseits, ist es eine vollkommen neue Erfahrung für mich und allein dieser andere Lebensstil und diese extreme Veränderung im Vergleich zu Deutschland, macht es interessant für mich. Viele verstehen diese Begründung nicht wirklich, weil sie mich immer wieder fragen, wie ich dieser "Abstufung" von Hamburg/Rellingen nach Tranqueras nur zustimmen konnte :D Aber im großen und ganzen gefällt es mir ja letztendlich.










YFU Reisen

hier ein Paar Informationen über die YFU Reisen...


YFU Uruguay bietet auch während des Aufenthaltes Reisen in Uruguay an. Bis jetzt weiß ich von zwei Reisen: Eine geht zu den Thermalquellen nach "Salto" und die andere an die Strandstadt "la Paloma".

Erst einmal finde ich die Art der Informationsübertragung von YFU-Uruguay ziemlich unglimpflich, da so gut wie alle wichtigen Informationen in der einer Facebook-Gruppe bekanntgegeben werden. Solche Informationen leider an mir vorbei und ich muss mich immer über die Finnin hier im Ort informieren bzw. auf dem neusten Stand halten, da ich keinen Facebook-Account besitze und auch nicht willens bin mir nur deswegen einen zu erstellen. Insofern finde ich es höchst unprofessionell praktisch den Besitz eines Accounts in einem (a)sozialen Netzwerk vorauszusetzen, um wichtige Informationen zu erhalten.

Anscheinend hatte nicht nur ich diesen Gedanken und zumindest die Informationen über die Reise, auch per E-Mail an alle zu senden. Die E-Mail über die erste Reise habe ich zwar auch nie bekommen und musste mich anderweitig informieren, aber immerhin.

Aufgrund der Kurzfristigkeit und dadurch, dass in dem Reiseprogrammpreis im Prinzip nur die Herberge und der Eintritt zu den Thermalquellen selber inkludiert war und man Verpflegung, Anreise und alles weitere selbst organisieren musste, habe ich mich dazu entscheiden, diese Reise nicht wahrzunehmen. Zumahl die Busanreise extrem umständlich gewesen wäre, da man erst nach Montevideo und von dort aus erst nach Salto hätte fahren müssen.

Die zweite Reise ist erst im Dezember und die habe ich mich dann doch entschieden wahrzunehmen, da sie aus den Unterlagen doch deutlich Organisierter erschien. Ich hoffe mal das "die große Halbjahresreise" ein tolles Erlebnis wird und freue mich schon darauf.

Sonntag, 31. August 2014

Einleben in der Gastfamilie und Gesellschaft

Meine ersten zwei Woche hier verliefen super. Alle sind total freundlich und offenherzig, aber nun zu dem Teil wie ich mich hier bisher eingelebt habe. Da ich am Montag um 2:00 angekommen, musste ich verständlicherweise an diesem Morgen nicht zur Schule. Am nächsten morgen hat mich meine Gastmutter dann um mir den Weg zu zeigen mit dem Auto zur Schule gebracht. Die Direktorin der Schule hat mich kurz meiner Klasse vorgestellt und dann ging auch schon der Unterricht los.

Der Unterricht ist hier so gelassen, dass mich die Schüler auch im Unterricht alles gefragt haben. Da ich viele der Fragen schon vom Abend zuvor kannte, viel es mir zumindest ein bisschen leichter alles zu verstehen. Was mir unglaublich schwer viel und immer noch fällt, ist mir die Namen meiner Mitschüler zu merken. Da es gut 30 Schüler in der Klasse sind und alle sich in einer Tour hintereinander vorgestellt haben, ist bei mir praktisch nur der Name der Direktorin hängen geblieben. Mittlerweile hat sich dies gebessert jetzt kenne ich zumindest ca. die Namen der Hälfte der Klasse.

Der Hauptplatz
Was die Sache mit den Namen noch zusätzlich erschwert ist, dass das Gymnasium so klein ist, dass es sich schnell herumspricht, wenn ein Austauschschüler auf die Schule kommt. Letztendlich ist es also nicht nur meine Klasse, die sich vorstellt sondern Schüler aus allen Klassen in meinem Alter.
Dennoch habe ich hier schon mehrere Freunde gefunden, mit denen ich mich nach der Schule gerne treffe und sich auf dem Platz zu unterhalten. Den Platz kann man sich wie eine kleine Parkanlage vorstellen, die mit Wegen durchzogen ist und bei der an jeder Ecke ein Kiosk steht.

Neben meiner Gasttante Rosa leben auch noch meine zwei Gastonkel und meine Gastgroßmutter hier in Tranqueras, zumindest sind das die Verwandten von denen ich bis jetzt weiß, dass sie hier leben. Am Wochenende kommen meistens meine älteren Gastgeschwister, da nur noch mein kleiner Gastbruder Endi mit mir im Haus lebt. Jedoch kommen, soweit ich es bis jetzt verstanden habe, nur meine Gastschwestern Victoria(21) und Adriana(24) regelmäßig. Sie machen beide eine Ausbildung in einem Krankenhaus in Paysandú, einer Stadt im Westen von Uruguay, die direkt am Rio Uruguay liegt. Mein ebenfalls 24 Jahre alter Gastbruder Cesar lebt mit seiner Freundin in Montevideo, der Hauptstadt von Uruguay. Meine älteste Gastschwester Jennifer(26) lebt ebenfalls mit ihrem Freund in Montevideo.
Assado - mit Cesar und seiner Freundin(o. l.), Luísa(o.r.), Endi(u.l.),

Aufbruch nach Uruguay


Der Aufbruch beginnt vom Flughafen Hamburg aus. Hier hab ich also das letzte mal für ein Jahr meine Familie persönlich gesehen und dementsprechend schwer ist mir auch der Abschied gefallen. Schließlich ist ein Jahr doch eine ganz schön lange Zeit. aber was wäre das Leben wenn man nicht ab und zu auch einmal etwas hinter sich lässt und Abschied nehmen muss.

So ging es also durch die Sicherheitskontrollen zum Abfluggate nach Frankfurt, wo ich auch schon die ersten bekannten Gesichter von der VBT (Vorbereitungstagung) wiedersehe, aber ebenso auch neue Gesichter von anderen VBTs, die offensichtlich das gleiche Reiseziel hatten.

In Frankfurt angekommen ging auch schon der übliche Reisestress los. Jeder der schon einmal im Frankfurter Flughafen umsteigen musste, weiß wovon ich rede. Für die anderen: Man kann gut und gerne 45 Minuten damit verbringen, um von Gate zu Gate zu kommen, wie in meinem Fall auch.
Auf der Hälfte des Weges zum Gate bekam ich auch schon einen Anruf von Danko, einem Freund von der VBT dessen Blog ich an dieser Stelle noch einmal empfehlen möchte. Da unser Flug von Hamburg aus ohnehin ein wenig Verspätung hatte, machte sich unsere Kontaktperson von YFU am Abfluggate nach Sao Paulo schon sorgen und ließ uns kontaktieren. Letztendlich ist aber alles gutgegangen und wir sind, trotz teilweise relativ starker Turbulenzen über der Nordküste von Brasilien, heil in Sao Paulo gelandet.

Von dort aus ging es dann weiter nach Montevideo und wir hatten während des Fluges schon die Möglichkeit uns mit einem freundlichen Herren, so weit es ging, auf spanisch zu unterhalten. Gelandet am kleinsten Flughafen, den ich bis jetzt gesehen hab, gerade einmal vier verschiedene Gates, ging es weiter in die Passkontrollen und das einreisen ging einfacher als gedacht. Jeder hatte schon einen Stapel von unterlagen bereit gehalten, der, wie sich herausstellte, gar nicht nötig war. man musste einfach den Reisepass vorzeigen einen Fingerabdruck scannen lassen und das war es auch schon. Ab dem Moment ist man für 90 Tage zum Aufenthalt in Uruguay berechtigt. Diese Genehmigung, in Form eines Stempels im Pass, muss man vor Ort verlängern lassen. Man hat jedoch ebenfalls die Möglichkeit, da das Land sehr klein ist und man oft nahe der Landesgrenzen wohnt, aus dem Land kurz aus- und wieder einzureisen. In diesem Fall verlängert sich die Genehmigung automatisch um 90 Tage.

Die ersten Bilder aus dem Reisebus
Vom Flughafen aus ging es mit dem Reisebus in eine Art Herberge/Freizeiteinrichtung für Kinder und Jugendliche. Hier fanden die letzten zwei Tage Vorbereitung statt, bevor man uns endgültig auf die Gastfamilien losließ.
Das gedrängte Jungszimmer



Wir wurden in zwei großen Zimmern untergebracht: Ein Zimmer für alle Jungs und ein Zimmer für alle Mädchen, das, dadurch das hauptsächlich Mädchen vorhanden waren, so voll war, dass der Flur im Jungszimmer von Koffern der Mädchen blockiert war. Das areal war recht Großzügig und es gab einen kleinen See an den man sich Tagsüber setzen konnte.
Der kleine See







Das Essen dort sollte uns schonmal auf die neue Heimat einstimmen, da es ausschließlich Landestypische Gerichte gab. Da im Camp alle Austauschschüler von YFU waren, die nach Uruguay wollten wurde auf den Aktivitäten und AGs auf Englisch gesprochen. Dennoch war bei den Nationalitäten der Austauschschüler eine deutliche Mehrheit der Deutschen festzustellen. Von ca. 40 Austauschschülern waren etwa 26 Deutsch. Die anderen kamen aus der Schweiz, Belgien, Finnland, Schweden, Norwegen, Estland und Frankreich. In den AGs wurden Themen wie Verhaltensregeln in den Gastfamilien, Situationen in der Öffentlichkeit, in die wir geraten könnten, sprachenbezogene Tipps und Hinweise ebenso wie allgemeine Richtlinien und generelle kulturelle Wichtigkeiten behandelt.
Zusammen die letzten Stunden im Camp
Die Teamer waren unglaublich nett und offenherzig.

Nach den zwei Tagen letzte Vorbereitung  ging es dann zum Busbahnhof, an dem man letzte wichtige Einkäufe tätigen oder Geld tauschen konnte. Von dort aus ging es dann im Bus mit einer Finnin, die im gleichen Ort wie ich untergebracht ist, in die Gastfamilien... 



Umgebung, Kultur, Land & Leute

Ich habe mich dazu entschieden eine neue Kategorie von Einträgen einzuführen, die sich, wie man aus der Überschrift schon ahnen kann, "Umgebung, Kultur, Land & Leute" nennt.

Unter dieser Kategorie wird man immer mal wieder interessante Fakten über das Land zu verschieden Themen finden. Es kann durchaus sein, dass sich Themen ab und zu wiederholen, um sie einfach zu aktualisieren oder Ergänzungen zu diesem Thema hinzuzufügen.



Thema heute...


...Klima


Wenn man Uruguay hört und erfährt, dass es in Südamerika ist, denkt man erstmal an Sonne. Normalerweise stimmt das auch, aber während man in Deutschland gerade einen schön warmen, fast schon stickigen Sommer erleben konnte, ist es hier, auf der anderen Seite der Erde, Winter.
morgens
Für deutsche Verhältnisse sind die Temperaturen hier für Winter sogar noch einigermaßen annehmbar: Durchschnittlich ca. 4-10°C am Abend, in der Nacht und Morgens.
Was allerdings der entscheidende Punkt ist: Die Häuser haben hier keine Heizung !
Wenn man Glück hat, hat man einen Kamin, der jedoch auch nur einen Raum auf angenehme Wärme bringt. Es gibt auch noch die Alternative zum elektrischen Heizstrahler, der verbraucht jedoch im Dauerbetrieb Unmengen an Strom und bis jetzt wollte ich ihn noch nicht, wenn ich schlafe, praktisch unbeaufsichtigt im Betrieb lassen. Man schläft also bei einer Raumtemperatur von 6°C, da es letzte Nacht sogar ein wenig Frost gab bei noch weniger. Daher ist es kein Wunder, dass ich mir, trotzdem ich mich warm angezogen hab, eine (noch) leichte Erkältung zugezogen habe.
Da der Fußboden größtenteils gefliest ist, bleibt einem auch nicht wirklich eine andere Wahl als mit Schuhen durch das Haus zu laufen, was anscheinend ohnehin verbreitet ist, da es alle so machen.






tagsüber
Noch erstaunlicher ist es daher, dass man ab ca. 10:00 morgens, wenn die Sonnenstrahlen alles aufgeheizt haben, mit T-Shirt, kurzer Hose und Flip-Flops durch die Gegend laufen kann, da es um die Mittagszeit schon wieder üppige 20°C sind.










Abendstunden



Zum Abend hin gegen 20:00, wenn die Wärme sich verflüchtigt hat kehrt dann wieder die bekannte Kälte ein und man muss sich wieder gut anziehen. 
 

Ankunft in der Gastfamilie


Empfangsschild
aktuelles Trikot
... nach einer 8 stündigen Busfahrt komme ich endlich um 2:00 nachts in Tranqueras an. Eine kleine Stadt bzw. Dorf im Norden von Uruguay mit ca. 7000 Einwohnern. Bei der Ankunft an der Haltestelle trage ich natürlich Stolz das Trikot der Nationalmannschaft von Uruguay.  Als ich aus dem Bus aussteige kommt mir meine Gastfamilie auch schon herzlich mit einem Begrüßungsschlid entgegen. Ich wurde mit Küsschen auf die Wange gegrüßt und erstmal über die Reise ausgefragt und alle waren unglaublich freundlich und herzlich. Auf Anhieb hab ich nicht wirklich viel verstanden, erst nach mehrmaligem Wiederholen, da sich das Spanisch hier doch deutlich von dem was ich gelernt habe unterscheidet. Dazu aber in späteren Einträgen mehr.

der Hauptladen meines Gastvaters "San Ramón"
Nachdem mein Gepäck auf den Pick-Up meiner Gastfamilie verladen wurde, ging es auch schon los. während der Autofahrt hat sich die Familie merklich mit Fragen zurückgehalten, wofür ich im ersten Moment aufgrund der späten Uhrzeit sehr dankbar war.

Auf dem weg zum Haus haben wir an 3 verschiedenen Läden gehalten, die offensichtlich meinem Gastvater gehörten. Er hat mir gleich gezeigt, wo alles steht, aber da ich doch relativ müde und erschöpft war hab ich von diesem ersten Überblick nicht wirklich viel behalten.

Mein erster Eindruck von dem Dorf war, dass es sehr, sehr klein ist, trotzdem aber einen idyllischen und charmanten Charakter ausstrahlt. Leider war es Nacht und ein wenig nebelig also konnte ich auch nicht allzuviel sehen, trotzdem war mein erster Eindruck sehr positiv.

Mein Zuhause für das nächste Jahr
Als wir letztendlich beim Haus ankamen, wartete im Haus noch ein Teil der Familie, da, um mich abzuholen, nicht alle ins Auto gepasst hätten. Also saßen wir alle gemeinsam am Tisch um zu Essen. Mein 10 jähriger Gastbruder Endi, meine 21 jährige Gastschwester Victoria, ihr ebenfalls 21 jähriger Freund Alejandro, meine Gasttante Rosa, meine Gastmutter Luísa, mein Gastvater Miguel und ich. Das ist wie ich heute weiß noch LANGE nicht die ganze Familie, aber alle die ich bis dahin gesehen hab. Trotz der erstmaligen Zurückhaltung haben jetzt alle Fragen gestellt:

Wo genau wohnst du ?, Was sind deine Hobbys ?, Vermisst du deine Familie schon ?, Hast du eine Freundin ?, Kanntest du Uruguay vorher schon ?,Warst du bei der WM für Uruguay ?, Warst du froh als Deutschland Brasilien 7:1 geschlagen hat ?, Hast du Geschwister ? , etc...

Obwohl ich nicht eine Frage auf Anhieb verstanden habe, sind alle freundlich geblieben und haben es noch einmal langsam wiederholt, solange bis ich es verstanden habe. Nach dem "Kreuzverhör" um 2:00 nachts war ich ziemlich fertig. Also war ich nur noch kurz duschen, was auch schon ziemlich experimentell war und dann ab ins Bett. Anders als die Informationen die ich bis dahin hatte vermuten ließen, hab ich mein eigenes Zimmer und teile mir keins mit meinem Gastbruder Endi.

Alles in Allem war ich sehr glücklich und zufrieden mit meiner Ankunft und freue mich auf eine wunderschöne Zeit hier mit meiner Gastfamilie. 

Samstag, 31. Mai 2014

Vor dem Austauschjahr - auf Latino-VBT !

Bevor ich ein Jahr ins Ausland nach Uruguay fahre, dachte ich mir, kann ich auch einen Blog schreiben. Somit also herzlich willkommen auf meinem Blog :)


Gerade läuft die Phase der Vorbereitung auf das Auslandsjahr auf Hochtouren: die wichtigsten Dokumente für Aufenthaltsgenehmigung etc. werden zusammengesammelt, letzte Großshoppingtouren werden gemacht, um eventuell noch fehlende Sachen für das Austauschjahr zu besorgen, Packlisten werden erstellt und dann wäre da noch die VBT (VorBereitungsTagung) der Austauschorganisation, in meinem Fall YFU.

Aber was ist eigentlich eine VBT ? Um nicht im Verlauf dieses Beitrages zu enttäuschen, kann ich schon im Voraus sagen, dass ich viel weniger auf die genauen Themeninhalte der VBT eingehen werde, da ich es zukünftigen Austauschschülern, die diesen Blog eventuell lesen, nicht nehmen möchte diesen Themen mit dem gleichen Unwissen wie alle anderen entgegenzutreten. Außerdem will ich die dortigen Teamer nicht zusätzlich belasten, da es für sie und euch absolut langweilig wäre, wenn ihr, sobald das Thema angesprochen wird, sofort wisst was Sache ist. Lasst euch also einfach überraschen !

Was ich vorweg allerdings schon sagen kann: Ihr werdet unheimlich viel Spaß haben und am Ende, wenn es heißt "Abschied nehmen", gar nicht mehr zurück in euren Alltag möchtet. Zumindest war es bei unserer Latino-VBT so, dass der Abschied nicht ohne jede Menge Tränen von statten ging.

Noch einmal von Anfang an...

Man kommt in der Jugendherberge an, in unserem Fall war es das AntoniQ in Mühlhausen, Thüringen und wird nach einem netten Empfang erstmal auf dem Herbergsgelände herumgeführt. Wenn alle angekommen sind werden erstmal kräftig Energizer gemacht! Man kommt sich am Anfang vor, wie der letzte Depp und wenn man weiterhin mit der Einstellung herangeht, dass das alles viel zu kindisch für einen sei, ist man der auch. "Einfach mitmachen!", lautet hier die Parole. Danach wird man in AGs aufgeteilt, wie jeden Tag im Verlaufe der VBT. Wer jetzt AG hört, denkt wieder an Schule, aber diese AGs machen sehr viel Spaß und man erfährt sehr viel sinnvolles, auch wenn es einem im ersten Moment noch nicht ganz klar ist.

Mit der Zeit lernt man alle Leute kennen und knüpft neue Freundschafften, insbesondere die Teamer sind immer für einen da. In der Freizeit durften wir das Herbergsgelände verlassen und mit unseren neu gewonnenen Freunden etwas unternehmen. Falls einem gerade nicht danach war auszugehen, konnte man sich einfach zu den Teamern setzen, sich unterhalten und Mate trinken ! Für die, die es nicht kennen: Mate ist ein typisch lateinamerikanisches Heißgetränk. Es ist ein Tee und schmeckt sehr bitter. Geschmackssache eben :)
beim Tanzen zu lateinamerikanischer Musik

Um die Latino-Stimmung zu vollenden, tanzten wir fast jeden Abend zu lateinamerikanischer Musik. Selbst wenn man nicht unbedingt der beste Tänzer ist, auch hier gilt: "Einfach mitmachen".

Alles in allem hat meine VBT sehr viel Spaß gemacht und war definitiv bereichernd. Ich habe viel für mich und über mich gelernt. Es war ein einzigartiges Erlebnis mit einzigartigen Leuten dort und einzigartigen Teamern.