Über die geschichtlichen Hintergründe habe ich auch ein wenig in Erfahrung bringen können. Dieser Umzug wird natürlich erstmal aus Spaß an der Sache und aus Gründen der Kulurerhaltung veranstaltet, aber auch zu Ehren des 1904 verstorbenen Aparicio Saravia. Dieser war Revolutionsführer des Bürgerkriegs 1903/1904 in Uruguay. Der Bürgerkrieg hatte unter anderem etwas mit der Hautfarbe zu tun, deswegen war Aparicio Saravia Parteiführer der Blancos (z.dt. die Weißen). Am 10. September 1904 wurde er dann in einem Feuergefecht in Masoller tödlich am Bauch getroffen und verstarb.
Dass er in einem Bürgerkrieg starb, in dem es unter anderem um die Hautfarbe ging, scheint heute keinen mehr zu stören, da an dem Umzug, sowie an dem anschließenden Fest in Masoller, sowohl weiße als auch Farbige teilnehmen (farbig heißt hier zu Lande eher ein mildes schoko-braun).
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| Gauchoumzug durch Tranqueras |
Nachdem die Pferde alle vorbeigezogen waren folgte eine noch unendlich wirkendere Kolonne von Pick-up Trucks und Mini-Bussen, die ihrer auf dem Pferd reitenden Familie alles nötige für die Reise zur Verfügung stellten.
Danach ging es auch sofort mit der Familie im Auto hinterher nach Masoller...
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| die Bühne |

Alle trugen ihre typischen "Gaucho-Trachten" und auf dem gesamten Gelände hatte man den Geruch von frischem Assado in der Nase. Die Assados waren einfach riesig und dort habe ich auch die bisher beste Chorizo bekommen, die ich hier je gegessen hab. Nun zur Erklärung, was das alles ist: Assado ist einfach Grillen von sehr großen Fleischstücken oder Chorizo auf einem, leicht schräg über der Glut aufgestelltem, Metallrost. Assado bezeichnet also eher an sich die Art der Zubereitung und ist eben typisch uruguayanisch. Chorizo ist eine Wurst mit relativ hohen Fettanteil bzw. großen Fettstückchen, die mit reichlich Knoblauch und anderen Gewürzen verfeinert wird. Die traditionelle Chorizo ist in einem Naturdarm und wird beim Assado zubereitet.
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| Assado mit Chorizos |
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| großes Assado mit Kuhfleisch |
Das Ganze in einem aufgeschnittenem Brot mit ein wenig Tomate, Salat und Zwiebel nennt sich das Choripan.
Neben den diversen Ständen für Snacks waren überall auch Stände an denen man sich T-Shirts, Fahnen und sonstige typische Fanartikelwaren von Aparicio Saravia kaufen konnte. Außerdem wurde die Stelle, an der die Gräber waren, außerordentlich schön geschmückt und anschaulich hergerichtet, da es sonst nur einfache Steinsäulen waren. Das Grab von Aparicio Saravia selbst, wurde natürlich durch eine prachtvollere und größere Steinsäule hervorgehoben. Insgesamt kamen bei der Schießerei nämlich 13 Personen um ihr Leben.
Insgesamt war die Stimmung auf dem Fest einfach großartig und so ziemlich das kulturellste Ereignis, bei dem ich bis jetzt zusehen bzw. dabei sein durfte.
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| mit meinem Gastbruder |
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